Das unterschätzte Detail –

Mikrotypografie – Das unterschätzte Detail

29.04.2026

Wie Mikrotypografie Texte zerstören kann.
Die Argumentation überzeugt, die Formulierungen sind klar, die Botschaft kommt beim Leser an. Und trotzdem wirkt ein Text manchmal irgendwie unprofessionell. Der Grund liegt dabei oft nicht im Inhalt, sondern in der Gestaltung. Genauer gesagt: in der Mikrotypografie.

Mockup Schild Lisa's Blumenladen Mockup Zeitschrift mit Text zu Mikrotypografie

Apostrophe

Der Apostroph wird im Deutschen überraschend oft falsch eingesetzt, obwohl er eigentlich nur selten gebraucht wird. Gerade deshalb fällt ein falsches Zeichen besonders schnell negativ auf.

Man sieht es häufig auf Schildern oder Tafeln: „Lisa‘s Blumenladen“ oder „Pizza’s zum Mitnehmen“. Viele denken, der Apostroph gehöre automatisch vor ein „s“ oder müsse einfach aus irgendeinem hochstehenden Strich bestehen – doch genau das ist meist falsch.

Im Deutschen hat der Apostroph nur wenige klare Aufgaben, zum Beispiel bei Auslassungen wie „Wie geht’s?“ oder „Ich hab’s vergessen.“. Auch bei Namen im Genitiv, die auf s, ß, x oder z enden, ist er korrekt: „Max’ Auto“ oder „Felix’ Fahrrad“.

Was jedoch nicht stimmt, ist die englische Form wie „Lisa’s“, denn im Deutschen schreibt man einfach „Lisas Blumenladen“. Oft wird zusätzlich das falsche Zeichen verwendet, etwa ´ statt ’, was typografisch ebenfalls unsauber wirkt. Gerade weil der Apostroph so selten gebraucht wird, wirkt ein Fehler hier besonders unprofessionell.

Nutzt Apostrophe also nur, wenn wirklich Buchstaben ausgelassen werden oder die Grammatik es verlangt. Achtet auf das richtige Zeichen, es sollte wie eine 9 aussehen.

Achtung Spoiler: Im nächsten Beitrag schauen wir uns an, warum Bindestrich und Gedankenstrich so oft verwechselt werden – und wie man sie richtig einsetzt.

oh look!